Der Unterschenkel ist eine der am stärksten belasteten Strukturen beim Laufen. Gemeinsam mit dem Fuss bildet er die erste Abfangstation für Aufprallkräfte, Beschleunigung und Richtungswechsel. Gerade im Barfusslaufen – aber auch in klassischen Laufschuhen oder Barfussschuhen – wird der Unterschenkel häufig überlastet, fehlinterpretiert oder isoliert trainiert.
Dabei lohnt es sich genau hier hinzuschauen: Denn viele Laufprobleme beginnen nicht im Knie oder Rücken, sondern eine Etage tiefer.
Dieser Workshop richtet sich an Läufer:innen, die trotz Training immer wieder Beschwerden im Unterschenkelbereich entwickeln – oder nach einer Technikänderung plötzlich neue Probleme bekommen haben.
Typische Beschwerden, mit denen Menschen zu uns kommen:
chronische oder wiederkehrende Wadenprobleme
isolierte Überlastung von Gastrocnemius oder Soleus
Probleme durch stark betonten Vorfusslauf
Reizungen oder Schmerzen im Bereich des Peroneus
Schienbeinkantensyndrom (MTss)
Plantarfasziitis
Achillessehnenbeschwerden
diffuse, schwer einzuordnende Schmerzen im Unterschenkel
Oft verbunden mit Aussagen wie:
„Ich habe meine Lauftechnik verbessert – und jetzt tut mir die Wade weh.“
„Seit ich barfuss oder minimalistischer laufe, ist es nicht besser geworden.“
Worum es in diesem Workshop wirklich geht
Barfusslaufen ist kein Heilversprechen. Aber es macht Belastung sofort sichtbar. Gerade deshalb eignet es sich hervorragend, um zu verstehen:
wo dein Unterschenkel zu viel Arbeit übernimmt
wo Elastizität fehlt
wo Spannung nicht mehr sinnvoll abgegeben wird
In diesem Workshop geht es nicht darum, eine Technik zu predigen, sondern Belastbarkeit aufzubauen. Unser Anspruch: Laufen so zu gestalten, dass der Unterschenkel seine Arbeit leisten kann – ohne dauerhaft zu überlasten.
Inhalte & Ablauf
Der Unterschenkel als zentrales Bindeglied
Funktion von Wade, Soleus, Achillessehne und Peroneus
Warum der Unterschenkel so häufig „zu viel“ arbeitet
Zusammenspiel von Fuss, Sprunggelenk, Knie und Laufstil
2. Typische Technikfehler und Missverständnisse
Vorfusslauf: sinnvoll, übertrieben oder falsch umgesetzt?
Fersenlastigkeit vs. aktive Fussarbeit
warum Technikänderungen oft neue Probleme erzeugen
3. Dynamische plantare Druckmessung
Joggen über die Messplatte
Analyse der Druckverteilung unter realer Laufbelastung
Erkennen von Druckspitzen, Asymmetrien und Abrollmustern
Zusammenhang zwischen Fussdruck und Unterschenkelbeschwerden
4. Videogestützte Laufanalyse
Videoanalyse auf dem Laufband
Betrachtung von Unterschenkelarbeit, Schrittfrequenz und Bodenkontakt
Erkennen von Überlastungsmustern in Zeitlupe
5. Praxis in der Natur
Lauf- und Technikdrills im Wald und draussen
Arbeit an Rhythmus, Spannung und Entspannung
Übertragung der Erkenntnisse in das eigene Laufen
6. Belastbarkeit & Prävention
gezielte Mobilisation für Sprunggelenk und Wade
Aufbau von Belastung statt Vermeidung
einfache, alltagstaugliche Routinen für Läufer:innen
wann Barfusslaufen sinnvoll ist – und wann Zurückhaltung klug ist
Für wen ist dieser Workshop geeignet?
Läufer:innen mit wiederkehrenden Unterschenkelproblemen
Menschen mit Waden-, Schienbein- oder Achillessehnenbeschwerden
Barfussläufer:innen und Minimalschuhläufer:innen
klassisch beschuhte Läufer:innen mit Technikfragen
alle, die ihre Belastung verstehen wollen, statt Symptome zu verwalten
Der Unterschenkel ist nicht das Problem – sondern oft der Ort, an dem sich alles zeigt.
Leitung & Expertise
Der Workshop in Deutschland wird geleitet von:
Ben Grümer
Per-Olof Wassen
Pierre Blondiaux
(je nach Gruppengrösse einzeln oder im Team)
In diesem Themenfeld bringen wir bewusst eine ausgewiesene Expertise ein – aus jahrelanger Praxis mit Barfusslaufen, Technikschulung und Belastungsanalyse.
Organisatorisches
Deutschland:
EUR 169.00 / Teilnahme
29. August 2026 | 10:00 – 15:00 Uhr (+ 30min)
Alanus Hochschule, Campus Johannishof
Lohheckenweg, Alfter bei Bonn
Parkplätze vorhanden, ÖV-Anbindung
Verpflegung & Pause
Zur Mittagspause besteht die Möglichkeit, optional an der Verpflegung der Alanus Hochschule teilzunehmen. Die Küche ist vegetarisch bis vegan ausgerichtet und folgt biodynamischen Anbaurichtlinien. Die Verpflegung ist nicht verpflichtend und kann bei der Buchung einfach dazugebucht werden (bitte bei Bemerkungen angeben).